Drohendes Ärztedefizit unbedingt ausgleichen


Kompetenzzentrum für Gesundheit beantragt – Vorleistung durch Stadt oder Investor

Kompetenzzentrum für Gesundheit:

Schon 2012 hat Bernhard Krempl erste Schritte für ein Versorgungskonzept eingeleitet; seit zwei Jahren ist ein Konzept erarbeitet und derzeit in Umsetzung

Geiselhöring. (aha) In Geiselhöring samt Einzugsgebiet stehen für die medizinische Versorgung der 12 000 bis 14 000 Patienten derzeit noch vier Hausarztpraxen sowie eine internistische Praxis zur Verfügung. Hausarztpraxen auf dem Land haben große Probleme, geeignete Nachfolger zu finden. Um die medizinische Versorgung in der Stadt und in der Region aufrecht zu erhalten, sieht sich Bürgermeister Bernhard Krempl in der Verpflichtung, diese nach den Bedürfnissen sinnvoll auszubauen.

 

Geiselhöring ist familienfreundlich, hat insgesamt eine gute Infrastruktur und eine hohe Wohnqualität. Derzeit herrscht sogar leichter Bevölkerungszuwachs. Eine neue Kindertagesstätte mit Kinderhort betreut die Kleinen bereits im Kleinkindalter. Das gesellschaftliche Leben pulsiert. Außerdem besteht neben dem Seniorenzentrum ein ganzheitliches Seniorenkonzept mit verschiedenen Einrichtungen. Gerade die ältere Generation ist auf regelmäßige ärztliche Betreuung angewiesen. Der demografische Wandel verstärkt diese Problematik, so Bürgermeister Krempl.

 

Lange Wege zu den Fachärzten

 

Besonders vermissen die Bürger Fachärzte, die sie regelmäßig aufsuchen müssen. Dazu müssen die Patienten zurzeit nach Straubing und Mallersdorf fahren oder noch weitere Wege in Kauf nehmen. Immobile Patienten und Kinder müssen von Angehörigen beziehungsweise Pflegekräften gefahren werden, was oft sehr umständlich ist.

 

Gerade im hausärztlichen Bereich ist ein fester Ansprechpartner, der die Patienten und ihre Krankheitsgeschichte kennt, notwendig. Die medizinische Versorgung ist Teil der Daseinsvorsorge einer Kommune, die ein außerordentliches Interesse hat, optimale Rahmenbedingungen herzustellen. Bürgermeister Krempl hat deshalb mit der Einreichung eines Konzeptes im Sommer 2012 erste Schritte eingeleitet und im Herbst 2012 einen Antrag zur „Förderung innovativer medizinischer Versorgungskonzepte“ an das Staatsministerium für Gesundheit und Umwelt gestellt. Da die Bearbeitung des Antrages zum umfassenden Thema „Medizin“ für die Kommunen sehr aufwendig ist, berät ein Kommunalbüro für ärztliche Versorgung die Gemeinden kostenlos bei Problemen zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung.

 

Wesentlich im Konzept ist, dass die Stadt Geiselhöring, eventuell auch ein privater Investor, bei der Errichtung eines Kompetenzzentrums in Vorleistung geht. Die Vorteile für Mediziner liegen auf der Hand. Junge Ärzte zieht es immer mehr in Kooperationen. Mehr als zwei Drittel der Medizin Studierenden sind Frauen. Sie tendieren noch stärker zu flexiblen Arbeitsbedingungen.

 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern

 

Das Kompetenzzentrum kann jungen Ärztinnen und Ärzten die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit erleichtern. Der Wegfall der individuellen Organisation und Koordination bringt zeitliche und wirtschaftliche Vorteile für alle Beteiligten. Eine „Time-Share-Praxis“ kann entstehen. Die Ärzte werden dadurch von allen administrativen Aufgaben entlastet, können sich auf ihre Arbeit konzentrieren und es bleibt ihnen mehr Zeit für die Behandlung der Patienten. Wichtig ist, dass die Ärzte freiberuflich arbeiten und nicht wie in einem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) angestellt sind, so Bürgermeister Krempl.

 

Antrag der Stadt wird noch bearbeitet

 

Die Vorteile für die Patienten liegen ebenfalls auf der Hand – sofortige Versorgung im Akutfall vor Ort, wohnortnahe ärztliche und fachärztliche Versorgung, flexiblere Sprechzeiten und weniger Wartezeiten. Gunnar Geuter vom Kommunalbüro für ärztliche Versorgung, das vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eingerichtet wurde, bestätigte vor einigen Tagen, dass der Antrag der Stadt Geiselhöring bereits bearbeitet wird.

 

„Wir brauchen auch weiterhin eine ganzheitliche und flächendeckende medizinische Versorgung auf hohem Niveau hier in Geiselhöring. Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, wird deshalb in der Stadtverwaltung eine zusätzliche Aktion angedacht, mit der wir die Suche nach Hausärzten in Geiselhöring anregen und auf unsere Situation aufmerksam machen wollen,“ so Bürgermeister Bernhard Krempl.

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